02.02.2018

1 Jahr St. Martini Palliativdienst Eichsfeld

Spezialisierte ambulante Palliativversorgung für die Menschen im Landkreis Eichsfeld
  • Gedenk- und Trostgottesdienst am Freitag, 23. Februar 2018, 18 Uhr in der Kirche des Bergklosters Heiligenstadt

  • Offener Infonachmittag für Patienten und Angehörige am Mittwoch, 16. Mai 2018, von 16 bis 19 Uhr

Wenn die Kraft von unheilbar Kranken zu Ende geht, wünschen sie sich ein Sterben in Würde. Sie möchten keine großen Schmerzen erleiden, wollen möglichst in der ihnen vertrauten Umgebung des eigenen Zuhauses, des Pflegeheimes oder des betreuten Wohnens ihre letzte Zeit verbringen und dabei nicht allein gelassen werden. An diese Menschen richtet sich das Angebot der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung. Seit einem Jahr ist der St. Martini Palliativdienst für die Menschen im Landkreis Eichsfeld da. Im Jahr 2017 haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 167 Patienten betreut und im letzten Lebensabschnitt begleitet. Im Durchschnitt sind die Patienten 76 Jahre alt, der jüngste war 23, der älteste 98.

„Wir möchten es ermöglichen, dass Patienten und Angehörige in ihrem gewohnten Umfeld leben und ihren bisherigen Alltag soweit wie möglich aufrecht erhalten können“, erklärt Christiane Raabe, Pflegerische Leiterin des Dienstes. Vier Palliativpflegefachkräfte und zwei Palliativmediziner beraten und begleiten die Patienten sowohl zu Hause als auch in Pflegeheimen und arbeiten hierfür eng mit Pflege- und Hospizdiensten, Krankenhäusern, Haus- und Fachärzten und den Angehörigen und Bezugspersonen  des Patienten zusammen. Die derzeit 15 Kooperationsärzte aus dem Kreis der niedergelassenen Mediziner im Landkreis kümmern sich dabei neben den Palliativmedizinern des Krankenhauses St. Martini ärztlicherseits direkt vor Ort um die Patienten.  „Die Bedürfnisse des Patienten stehen immer im Mittelpunkt“, macht Dr. Patrick Jung klar. Der Ärztliche Leiter des Palliativdienstes ist Chefarzt der Abteilung für Anästhesie und Intensivmedizin am St. Martini Krankenhaus in Duderstadt. „Besonders wichtig ist für uns dabei die enge Abstimmung mit dem Hausarzt, denn dieser kennt die Patienten am längsten und ist damit eine besondere Vertrauensperson. Alle Therapiemaßnahmen werden deswegen mit dem Hausarzt gemeinsam besprochen und entschieden“, so Dr. Jung weiter. 

Patienten benötigen für eine spezialisierte ambulante Palliativversorgung die Verordnung durch den Haus- oder Facharzt. Die Kosten werden unabhängig vom Pflegegrad nach Prüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherungen (MDK) von allen Krankenkassen übernommen. „Eine Selbstbeteiligung ist nicht nötig, es gibt auch keine Abzüge beim Pflegegeld und auch der Anspruch auf Kurzzeit- und Verhinderungspflege bleibt vollständig erhalten“, betont Christiane Raabe und ergänzt: „Auch Hilfsmittel, Medikamente, Krankengymnastik, Massagen oder ähnliches können über den Dienst verordnet sowie abgerechnet werden und belasten dann nicht das Budget des Hausarztes.“

Begleitung, Beratung und Unterstützung sowie eine individuell abgestimmte und dem Krankheitsbild angepasste Schmerzbehandlung in enger Abstimmung mit den ambulanten Partnern sind Kern der Tätigkeit des St. Martini Palliativdienstes Eichsfeld. Im Blick sind dabei nicht nur die Patienten, sondern auch die Angehörigen sowie alle an der Patientenversorgung beteiligten Kräfte. Neben Christiane Raabe sind Erika Hottenrott, Simone Senft und Beatrix Fingerhut für die Patienten und Angehörigen da. Unter der Nummer 0151 21500272 ist rund um die Uhr an 365 Tagen immer eine der speziell ausgebildeten Palliativschwestern erreichbar.

Die Begegnungen mit Menschen beschreiben die Pflegespezialistinnen dabei als sehr intensiv. „Wir sind gerade in der Begleitung der letzten Lebensphase so nah am Leben dran, wie in kaum einer anderen Situation. Teilhaben zu dürfen und Unterstützung bieten zu können für mehr Lebensqualität, Sicherheit und Selbstbestimmung, ist sehr erfüllend“, beschreibt Christiane Raabe den herausfordernden Beruf eher als bereichernd denn als belastend. 

Gedenk- und Trostgottesdienst am Freitag, 23. Februar 2018, 18 Uhr

Durch die Arbeit entstehen auch besondere Verbindungen zu den Angehörigen. Den Palliativschwestern ist daher der jährlich stattfindende Gedenk- und Trostgottesdienst sehr wichtig. In diesem Jahr lädt das Team des St. Martini Palliativdienstes Eichsfeld daher alle Angehörigen am Freitag, 23. Februar 2018, um 18 Uhr in die Kirche des Bergklosters Heiligenstadt ein.  

Offener Infonachmittag am Mittwoch, 16. Mai 2018, 16 – 19 Uhr

Wer Fragen hat oder sich informieren möchte, kann selbstverständlich jederzeit telefonisch Verbindung mit dem Team aufnehmen oder den offenen Infonachmittag am Mittwoch, 16. Mai 2018 nutzen. Zwischen 16 und 19 Uhr steht das Team für Fragen vor Ort in den Räumen des Dienstes am Friedensplatz 3 in Worbis bereit.